[Gfgi] Von der GfGI 1.0 zur GfGI 2.0: Gesellschaft für Geoinformatik, GeoIT und Navigation

Klaus Greve klaus.greve at uni-bonn.de
Do Jun 30 21:08:14 CEST 2016



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dieser Mail muss ich mich leider für meine Fernbleiben von der
GfGI-Diskussion auf der AGIT entschuldigen. Zugleich möchte ich einen
Beitrag zur Diskussion leisten.

Ich muss in diesem Jahr kurzfristig meine Teilnahme an der AGIT absagen,
da ich gleich 2 Termine in der Zeit in Bonn wahr nehmen muss. Die
Termine sind wichtig und lange bekannt, allerdings dachte ich, ich wäre
nicht wichtig für die Termine. Doch jetzt hat sich ergeben, dass ich auf
beiden referieren muss. Es wäre viel schöner auf der AGIT zu sein, aber
hier geht es um ein paar sehr wichtige Zukunftsentscheidungen und
deshalb nicht nach Schönheit ...

Nun zu meinen Beitrag zur Debate um die Erneuerung der GfGI: Ich glaube,
neue Impulse sind dringend notwendig und unterstütze Rolands
Erneuerungsversuch. Mehr Industrienähe wird uns gut tun, neue innovatve
Themen und Akteure auch.

Einzelne Details müssen sicherlich noch diskutiert werden. So glaube ich
nicht, dass die Aufgabe der Gemeinnützigkeit wirklich zielführend ist.
Hier geht es ja nicht um Spendeneinnahmen, sondern um grundsätzliche
Steuerprivilegien. Ein nicht gemeinnütziger Verein ist steuerpflichtig
wie eine Firma. Da erscheint es mir sinnvoller, wenn der Verein
weiterhin gemeinnützig bleibt, aber zu wirtschaftlichen zwecken eine
GmBH oder uG gründet. Die Gründung ist nicht aufwändiger als eine
tiefgreifende Satzungsänderung beim Verein. Die Instrumente zur
Steuerung wirtschaftlicher Aktivitäten sdind deutlich effizienter und
die handelnden Personen sind besser geschützt, da bei einem Verein die
Vorstandsmitglieder kollektiv mit ihrem Privatvermögen haften.

Außerdem glaube ich nicht, dass wir den Anspruch einer
wissenschaftlichen Gesellschaft aufgeben sollten, die zu
Gesetzesvorhaben, Förderprogrammen, universitären Curriculla und
gesellschaftlichen Debatten Stellung nehmen kann. Das setzt ebenfalls
die Gemeinnützigkeit voraus.

Aber das sind Fragen der technischen Umsetzung, die bekanntlich in
Abhängigkeit von den Zielen und Zielerreichungskriterien zu diskutieren
sind. Deshalb: Erst die Ziele, dann die Maßnahmen, dann die technischen
Details.

Da ich sicherlich nicht das einzige Mitglied bin, das nicht an der
Diskussion in Salzburg teilnehmen kann und grundlegende Veränderung
breite Diskussion brauchen, schlage ich vor, dass wir neben dem
punktuellen Ereignis in Salzburg die Diskussion auch auf dieser Liste
führen. (Das ist ein Aufruf!)

Beste Grüße
          Klaus Greve





Am 15.06.2016 um 17:16 schrieb Roland Wagner:
> *Von der GfGI 1.0 zur GfGI 2.0: Gesellschaft für Geoinformatik, GeoIT
> und Navigation *
> 
> * *
> 
> Sehr geehrte Damen und Herren und Mitglieder der Gesellschaft für
> Geoinformatik,
> 
> **
> 
> seit der Gründung unserer Gesellschaft vor mehr als 10 Jahren im Jahr
> 2005 haben sich unsere Disziplin, die Geoinformatik, und insbesondere
> unser wirtschaftliches Umfeld geändert. Im Jahr der Gründung brachte
> Google mit den Produkten Google Maps und Google Earth kommerzielle
> Kartenbrowser für Jedermann heraus. Die OpenStreetMap begann zu wachsen
> und diese Entwicklungen prägten den Begriff „Neogeography“ ganz
> wesentlich. Neben den auf dem Internet basierenden
> Geoinformationsinfrastrukturen (GII) (Industrielle Infrastrukturen
> kommer­ziel­ler Unternehmen, wie HERE und Google, OpenStreetMap und
> INSPIRE), wurden die Mobilisierung, Navigation und das Routing über
> Location Based Apps (LBA) auf Basis von Android und iOS vorangetrieben.
> Im Jahr 2015 kündigte sich wieder eine neue Plattform als „Geo Internet
> of Things“ (GeoIoT) an. Smartwatches als kleinste, marktfähige Versionen
> eines Computers, haben hochpräzise Sensoren eingebaut wie auch GPS und
> Wifi-Ortung. Die Nachfrage nach Location-Based Apps (LBA) kann als
> weitaus höher eingeschätzt werden, als die nach PC-Programmen.
> Dementsprechend hoch ist der Bedarf an modernen Fachkräften, die eben
> diese Apps entwickeln.
> 
> Im letzten Jahrzehnt ist die Nutzung von Geodaten und Geoinformationen
> sehr stark angestiegen. Die Grundfrage nach dem „WO?“ wird zunehmend
> digital und über mobile Services gelöst.
> 
> Durch die breite Nutzung von Geoinformationen hat sich ein Wandel von
> handwerklichen zu groß-industriellen Verfahren und Akteuren ergeben.
> Ähnlich der Informatik und der Informationstechnologie (IT), kann man
> diese Entwicklung in unserem Bereich als Entwicklung von der
> Geoinformatik hin zu der Geo­informations­technologie (GeoIT)
> diagnostizieren. Navigationsgeräte sind sowohl Großeltern wie auch
> Kindern und damit praktisch Jedermann bekannt und sie werden oftmals als
> sehr werthaltig  gesehen. Die Orientierung im Raum und die Navigation
> sind die Hauptanwendungen der Smartphones. Das Smartphone als kleiner,
> rechenstarker Taschencomputer ist nach einer Studie von Yougov die
> wichtigste Erfindung des jungen 21. Jahrhunderts. Gleichzeitig sind
> autonome Fahrzeuge stark in der Diskussion und basieren auf Navigation.
> Die dt. Automobilindustrie mit Audi, BMW und Daimler hat 2015 einen der
> größten, weltweiten Geodatenanbieter, HERE/Berlin, für 2.5 Mrd. EUR
> gekauft. Mit der besonderen Bedeutung von HERE als einem der wichtigsten
> Geodatenanbieter, könnte man sagen, dass die Geoinformatik und die GeoIT
> nun ein wichtiger Teil der Automobilindustrie geworden sind.
> 
> Wie bei der letzten Mitgliederversammlung der GfGI von uns vor unserer
> Wahl besprochen, sehen wir den starken Bedarf der Weiterentwicklung zur
> einer gfgi 2.0. Die wesentlichen Impulse in den letzten Jahren kamen aus
> der GeoIT-Industrie und der GeoIT-OpenStreetMap Welt. Daher ist eine
> Verbindung zur GeoIT für die gfgi 2.0 sehr wichtig. In der Navigation
> sind Tomtom, HERE, Skobbler/Telenav, Navinfo und selbstverständlich
> Google die zentralen Akteure in unserem Markt. Es existieren viele
> Startups, die Geodaten aktiv nutzen, diese in Wert setzen und über Apps
> anbieten.
> 
> Diese neuen, sehr innovativen Akteure konnten in den vergangenen fünf
> Jahren über das „Wherecamp“ angesprochen werden. Dies ist u. a.
> erkennbar über die Agenda der jüngsten Wherecamp Navigationskonferenz
> vom November 2015 (http://wherecamp.de/agenda,
> https://www.youtube.com/watch?v=eRnCTdPHvkw ), bei der die Schlagworte
> „GeoIT“ und „Navigation“ gebündelt sind. Das Wherecamp wurde von Jan
> Nowak (ehem. Nokia HERE), Philipp Kandal (Navigon/Skobbler/nun Telenav)
> und mir, Roland Wagner, gegründet.
> 
> Wir sind im GfGI Präsidium und in der Wherecamp Community zu der
> Einsicht gekommen, dass signifikante Synergieeffekte zum Tragen kommen,
> wenn die beiden Gruppen zusammenarbeiten und zusammenwachsen. Der
> Vorschlag ist, dass dies über den Eintritt der Wherecamp Community in
> die GfGI, über Neuwahlen des Vorstandes im September in Berlin,
> Satzungsanpassungen und durch die Erweiterung des Namens zu
> „Gesellschaft für Geoinformatik, GeoIT und Navigation“ erfolgt. Der Sitz
> des Vereins soll nach Berlin verlegt werden, wo mit eigenem Büro und
> Teilzeit-Mitarbeitern mit mehr Schwung eine dynamischere Organisation
> geschaffen werden soll. Da die GfGI im vergangenen Jahrzehnt keine
> Spendenerlöse verzeichnete, wird der Status der Gemeinnützigkeit
> aufgegeben. Damit entfallen etliche Restriktionen gegenüber dem
> Finanzamt  und die Handlungsfähigkeit wird erweitert.
> 
> Eine aktive Geschäftsstelle soll in Berlin-Mitte, also direkt im Zentrum
> der Startup-Szene Berlins und auch im unmittelbaren Umfeld der Fa. HERE
> angesiedelt werden. Die Arbeitssprachen der GfGI 2.0 werden Englisch und
> Deutsch sein. Es wird ein finanzieller Grundstock aus den bisherigen
> Wherecamp-Veranstaltungen in die GfGI eingebracht, der ca. dem
> 1,5-fachen derzeitigen GfGI-Guthaben entspricht.
> 
> Der bisherige Vizepräsident der GfGI,  Prof. Thomas Blaschke, hat sich
> bereit erklärt wieder für dieses Amt zur Verfügung zu stehen. Jan Nowak,
> Wherecamp- und Geomonday-Gründer und HERE „Evangelist“ hat sich bereit
> erklärt, für das Amt des Schatzmeisters zur Verfügung zu stehen. Ich
> selbst kandidiere für das Amt des Präsidenten. Die sehr erfolgreiche
> Wherecamp-Navigationskonferenz mit namenhaften Rednern wie:
> 
> ·         Steve Coast, Gründer von OpenStreetMap
> 
> ·         Christof Hellmis, Vizepräsident HERE
> 
> ·         Ed Parsons, Mr. „Google Maps“
> 
> ·         Philipp Kandal, Gründer von Navigon, Skobber und nun bei Telenav
> 
> ·         Dr. Volker Sasse, Vizepräsident von Navinfo, Peking, (Nr. 4
> weltweit)
> 
> sowie 200 Teilnehmern im November 2015 wird die Hauskonferenz der GfGI
> 2.0. Die vierteljährlichen Geomondays (http://geomonday.org/) sind
> unterjährige Abendveranstaltungen. Und wir können auf dieser Basis auch
> akademische Veranstaltungen, etwa Workshops für Doktoranden als
> Fortsetzung der erfolgreichen „GISCO“ durchführen. Durch eine aktive
> Geschäftsstelle und ohne Beschränkung durch den Status der
> Gemeinnützigkeit werden auch konkrete F&E-Projektanträge möglich.
> 
> Im Rahmen der AGIT findet am Freitag, dem 8. Juli 2016, um 12:30 h
> während der Mittagspause ein kleines Treffen statt, um auch mündlich
> über die Weiterentwicklung der Gesellschaft zu informieren. An dieser
> Stelle möchten wir auch noch auf den vergünstigten Spezialtarif für
> GfGI-Mitglieder hinweisen, den wir dankenswerterweise erhalten. Dieser
> beträgt 220 EUR. Eine Buchung ist noch bis zum 26. Juni unter
> www.agit.at/anmeldung <http://www.agit.at/anmeldung>möglich.
> 
> Die Einladung zur Mitgliedsversammlung in Berlin, voraussichtlich am
> Donnerstag, den 8. September folgt Ende Juli.
> 
> Parallel dazu möchten wir auch die Liste der Mitglieder aktualisieren
> und ggf. korrigieren. Bitte tragen Sie daher Ihren Status und ggf.
> Änderungen hier in das Formular ein
> www.geoit.org/mitgliederstatusumfrage.html
> <http://www.geoit.org/mitgliederstatusumfrage.html>. *Bitte melden Sie
> sich auch aktiv zurück, wenn es keine Änderungen Ihrerseits gibt.*
> Führen Sie diese Mitgliederstatusüberprüfung bitte bis zum 7. Juli durch.
> 
> Die aus unserer Sicht überlebenswichtige Weiterentwicklung des Vereins
> bietet eine neue Perspektive mit neuen Akteuren und aktuellen Themen und
> soll gleichzeitig die Tradition und die Werte der Gesellschaft für
> Geoinformatik wahren und in Wert setzen.
> 
> Freundliche Grüße
> 
>  
> 
> Prof. Dr. Roland Wagner                                                 
> Prof. Dr. Thomas Blaschke
> (Präsident)                                                                                         
> (1. Vizepräsident)
> 
>  
> 
>  
> 
>  
> 
> Beuth Hochschule für Technik Berlin
> 
> Fachbereich III
> 
> Prof. Dr. Roland Wagner
> 
> Luxemburger Straße 10
> 
> 13353 Berlin
> 
>  
> 
> Tel: 030-4504-5200
> 
> Mobil: 0179-5307646
> 
>  
> 

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Prof. Dr. Klaus Greve
7.05.459E 50.43.609N
klaus.greve at uni-bonn.de
http://www.geographie.uni-bonn.de/greve
Geographisches Institut der Universitaet Bonn
Postfach 1147   Tel +49 +228 73-5596
D-53001 Bonn    Fax +49 +228 73-9658

Committee Member EARSeL Symposium 2016
http://www.earsel.org/symposia/2016-symposium-Bonn/

Sprecher des Zentrum für Fernerkundung
der Landoberflaeche an der Universitaet Bonn
http://www.zfl.uni-bonn.de/
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