[Gfgi] Gesellschaft für Geoinformatik (gfgi): Fragebogen zur "gfgi 2.0"
Roland Wagner
roland.wagner at beuth-hochschule.de
So Mai 24 12:45:07 CEST 2015
Sehr geehrte Mitglieder der Gesellschaft für Geoinformatik,
in Vorbereitung auf die kommende Mitgliederversammlung am 9. Juli in
Salzburg, möchte der Vorstand eine Fragebogenaktion durchführen, um Ihre
Beobachtungen, Sichten, Meinungen und Vorschläge für die Weiterentwicklung
der gfgi 2.0 einzuholen. Die konkrete Einladung zur Versammlung kommt noch.
Am 27. September 2005, also vor fast 10 Jahren wurde die gfgi 1.0 mit der
Bonner Erklärung gegründet. In der Zwischenzeit haben sich die allgemeine
Geoinformatik, die gfgi und unsere Mitglieder weiterentwickelt und daher ist
die Umfrage in drei wesentliche Teile sowie deren Grundfragen gegliedert:
Im ersten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann? der
allgemeinen Geoinformatik und GeoIT.
Im zweiten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann?
unserer Gesellschaft für Geoinformatik.
Im dritten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann? des
Mitgliedes.
Die Umfrage ist bewusst recht allgemein angelegt und umfasst daher freie
Textbausteine anstelle von Multiple Choice.
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Das Formular kann hier gefunden werden:
https://docs.google.com/forms/d/1OuTnDK6ItRYBTV2_gNe6uoTzH5Wptfd0CiqpOdnwHHg
/viewform
Die Umfrage ist bis zum 8. Juli 2015, d. h. bis einen Tag vor der
Mitgliederversammlung, geöffnet.
Kontext:
Geoinformatik vom GIS- über das GDI- bis ins LBA-Zeitalter, von
Geoinformatik zur GeoIT
„Sie haben Ihr Ziel erreicht“ – Geoinformationen sind heute fester
Bestandteil der Alltagskultur in der Breite geworden. Doch was bedeutet
diese Industrialisierung für die Akteure?
Die Strukturen haben sich zeitlich, organisatorisch und technisch-methodisch
in den letzten drei Dekaden verändert. Zudem steht jetzt der Ausblick in die
nächste Dekade mit potentiellen Plattformen an. Der Motor dieser Veränderung
ist die IT.
Informatik und Geoinformatik
Die Beziehung zwischen der Informatik und Geoinformatik war im PC-Zeitalter
(1985-1995) vorwiegend durch Ableitung von der Informatik durch Hinzufügen
der Geooperatoren und raumbezogenen Darstellungsfunktionen durch die
Geoinformatik in die Geoinformationsbranche nachlaufend geprägt. Im
Internetzeitalter (1995-2005) wurden „maps“ durch Google, aber auch durch
andere IT- und damit GeoIT-Hersteller wie beispielsweise Nokia/HERE und
Apple in deren Hauptprodukte, wie Suchmaschinen, vollständig integriert und
vom Markt stark nachgefragt. Im Mobilzeitalter (2005-2015) wurden
raumbezogene Funktionen wie Ortung und Kartendarstellung bereits von der
ersten Version Android 1.0 unterstützt und damit für den Hauptmarkt
angeboten. Welche Konsequenzen hat diese Verschiebung?
IT/GeoIT Plattformen und Hauptmethoden
Die zunehmende Digitalisierung weiterer Lebensbereiche bietet in der
Dimension „IT/GeoIT“ neue Technologie-Plattformen an. Im PC-Zeitalter wurden
das Editieren und Kalkulieren digitalisiert. Im Internet-Zeitalter wurden
das Publizieren/Distributieren, Transportieren und Integrieren
digitalisiert. Im Mobil-Zeitalter wurde das Navigieren mit zunehmenden
Gewohnheiten digitalisiert. Ein neues Zeitalter 2015-2025 (?) mit neuen
Chancen und Risiken steht nun an.
Im Bereich der Geoinformatik/GeoIT wurden das Editieren und Kalkulieren von
Geoinformationen im abgeleiteten PC/GIS Zeitalter zwischen 1990-2000
digitalisiert. Die Vernetzung über öffentliche, wirtschaftliche und
gemeinschaftlichen Internet-Netzwerke und abgeleitet Geodateninfrastrukturen
erfolgt in der Zeit zwischen 2000 und 2010. Der Einsatz von Location-based
Apps erfolgt zunehmend seit 2010. Welche Konsequenzen hat die
Digitalisierung weiterer Methoden und was bedeutet das Nachlaufen von ca. 5
Jahren?
Dimension: Sektoren
Neben der Plattform-Dimension der IT und abgeleitet der GeoIT-Plattformen
PC/GIS, Internet/GDI und Mobile/LBA erfolgte auch ein Ausbau der
Geoinformatik in den Dimension „Sektoren“ Behörden, Wirtschaft und
„Communities“ mit beachtlicher Dynamik. 2005 wurde Google Maps/Earth
eingeführt. Aus dem Konflikt mit der britischen Vermessungsverwaltung
entstand 2004 Openstreetmap, welche mit Open Source nun eine bedeutende
Rolle spielt. Das historische „Monopol“ der Behörden ist den heutigen
Anforderungen gewichen und die Wirtschaft setzt neue Maßstäbe. Die
Communities verbreitern die Produkte. Die empirische, subjektive
Einschätzung der zeitlich-technologische Spreizung beträgt zwischen
Wirtschaft-„Communities“-Behörden im neuen Geoinformationswesen mittlerweile
10 Jahre.
Dimension Geoinformatik zu Geoinformationstechnologie (GeoIT) -vom Handwerk
zur Industrie-
Der Kampf der schlesischen Weber aus dem Handwerk gegen die damals neue
(Textil-)Industrie hat bekanntermaßen wenig genützt. Die Größenmaßstäbe des
zunehmend größeren (Geo)-Informations¬marktes ermöglichen oder erfordern
zunehmend größere, industrielle Organisationsstrukturen und
Herangehensweisen. Die meisten Alltagsprodukte sind heute für jedermann
günstig zu erwerben. Kaum jemand möchte in die (teuren) Handwerksstrukturen
zurück.
Das englische Wort „Engineer“ - zu Deutsch „Maschinist“- zeigt die Aufgaben
in allen Bereichen vom Entwurf bis zum Betrieb in der Anfangszeit auf.
Die Trennung zwischen Herstellung und Betrieb führte beispielsweise im
Eisenbahnwesen dazu, dass Ingenieure Lokomotiven verbessern und entwerfen
(Forschungs- und Entwicklungsingenieure), produzieren
(Produktionsingenieure) und prüfen (Prüfingenieure). Auf Betreiberseite gibt
es nur wenige Ingenieure im Bereich Wartung und technischen Einkauf. Ein
Lokführer benötigt keine Hochschulausbildung und hat andere
Arbeitsanforderungen. Ein Lokführer würde sich auch nicht als Ingenieur
bezeichnen.
Zunehmend werden weltweite Angebote bzw. Skalierungsbedarfe benötigt.
Andererseits gibt es in der Industrie dadurch auch deutliche höhere
Mitarbeitergehälter. Der Wandel der technischen Berufe schreitet immer
weiter fort. Der industrielle Sektor bietet in diesem Bereich die
attraktivsten Arbeitsplätze. Wenn die Änderung erkannt wird, ist es möglich
die (neue) Industrie am lokalen Standort zu binden und damit langanhaltenden
Wohlstand zu erreichen. Wenn dies nicht erkannt wird, gibt es entsprechend
umgekehrte Situationen.
Welche Konsequenz hat diese industrielle Auffächerung der technischen Berufe
und Teilung zwischen Herstellung und Betrieb für die Akteure, inklusive der
Ausbildung? Ist das Betreiben/Ausführen wirklich eine Aufgabe für Ingenieure
in industrieller Zeit? Oder ist die Herstellung von Werkzeugen die
Hauptaufgabe?
Nach den etwas provokanten Thesen ist Ihre Meinung gefragt! Bitte tragen Sie
Ihre Sichten ein.
Für Fragen oder Anregungen stehe ich jederzeit zur Verfügung.
Freundliche Grüße
i. A. Roland Wagner
Beuth Hochschule für Technik Berlin
Fachbereich III
Roland Wagner
Luxemburger Straße 10
13353 Berlin
Tel: 030-4504-5200
Mobil: 0179-5307646
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