[Gfgi] Gesellschaft für Geoinformatik (gfgi): Fragebogen zur "gfgi 2.0"

Klaus Greve klaus.greve at uni-bonn.de
Mo Mai 25 16:03:28 CEST 2015




Lieber Roland,
herzlichen Dank für diese sehr wichtige Initiative. Voll Unterstützung
von meiner Seite, aber auch ein Ergänzungsvorschlag:

Perspektive Von der Geoinformationstechnologie zur
Geoinformationswissenschaft. Mehr als das Vermitteln der aktuellen
Technologieparadigmen, sondern Vermitteln der Fähigkeit zur Ermittlung
neuer Technologieparadigmen und Anwendungsfelder von Technologien.

Beste Grüße
           Klaus

Am 24.05.2015 um 12:42 schrieb Roland Wagner:
> Sehr geehrte Mitglieder der Gesellschaft für Geoinformatik,
> 
>  
> 
> in Vorbereitung auf die kommende Mitgliederversammlung am 9. Juli in
> Salzburg, möchte der Vorstand eine Fragebogenaktion durchführen, um Ihre
> Beobachtungen, Sichten, Meinungen und Vorschläge für die
> Weiterentwicklung der gfgi 2.0 einzuholen. Die konkrete Einladung zur
> Versammlung kommt noch.
> 
>  
> 
> Am 27. September 2005, also vor fast 10 Jahren wurde die gfgi 1.0 mit
> der Bonner Erklärung gegründet. In der Zwischenzeit haben sich die
> allgemeine Geoinformatik, die gfgi und unsere Mitglieder
> weiterentwickelt und daher ist die Umfrage in drei wesentliche Teile
> sowie deren Grundfragen gegliedert:
> 
>  
> 
> /Im ersten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann?
> der allgemeinen Geoinformatik und GeoIT./
> 
> /Im zweiten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann?
> unserer Gesellschaft für Geoinformatik./
> 
> /Im dritten Teil geht es um das Warum?, Wer?, Wie?, Was?, Wo? und Wann?
> des Mitgliedes./
> 
>  
> 
> Die Umfrage ist bewusst recht allgemein angelegt und umfasst daher freie
> Textbausteine anstelle von Multiple Choice.
> 
>  
> 
>  
> 
> cid:image001.jpg at 01D08CA3.84F2D8D0
> 
> Das Formular kann hier gefunden werden:
> 
>  
> 
> https://docs.google.com/forms/d/1OuTnDK6ItRYBTV2_gNe6uoTzH5Wptfd0CiqpOdnwHHg/viewform
> 
>  
> 
> Die Umfrage ist bis zum 8. Juli 2015, d. h. bis einen Tag vor der
> Mitgliederversammlung, geöffnet.
> 
>  
> 
> Kontext:
> 
>  
> 
> *Geoinformatik vom GIS- über das GDI- bis ins LBA-Zeitalter, von
> Geoinformatik zur GeoIT*
> 
> * *
> 
> „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ – Geoinformationen sind heute fester
> Bestandteil der Alltagskultur in der Breite geworden. Doch was bedeutet
> diese Industrialisierung für die Akteure?
> 
> Die Strukturen haben sich zeitlich, organisatorisch und
> technisch-methodisch in den letzten drei Dekaden verändert. Zudem steht
> jetzt der Ausblick in die nächste Dekade mit potentiellen Plattformen
> an. Der Motor dieser Veränderung ist die IT.
> 
>  
> 
> *Informatik und Geoinformatik*
> 
> Die Beziehung zwischen der Informatik und Geoinformatik war im
> PC-Zeitalter (1985-1995) vorwiegend durch Ableitung von der Informatik
> durch Hinzufügen der Geooperatoren und raumbezogenen
> Darstellungsfunktionen durch die Geoinformatik in die
> Geoinformationsbranche nachlaufend geprägt. Im Internetzeitalter
> (1995-2005)  wurden „maps“ durch Google, aber auch durch andere IT- und
> damit GeoIT-Hersteller wie beispielsweise Nokia/HERE und Apple in deren
> Hauptprodukte, wie Suchmaschinen, vollständig integriert und vom Markt
> stark nachgefragt. Im Mobilzeitalter (2005-2015) wurden raumbezogene
> Funktionen wie Ortung und Kartendarstellung bereits von der ersten
> Version Android 1.0 unterstützt und damit für den Hauptmarkt angeboten.
> Welche Konsequenzen hat diese Verschiebung?
> 
>  
> 
> *IT/GeoIT Plattformen und Hauptmethoden*
> 
> Die zunehmende Digitalisierung weiterer Lebensbereiche bietet in der
> Dimension „IT/GeoIT“ neue Technologie-Plattformen an. Im PC-Zeitalter
> wurden das Editieren und Kalkulieren digitalisiert. Im
> Internet-Zeitalter wurden das Publizieren/Distributieren, Transportieren
> und Integrieren digitalisiert. Im Mobil-Zeitalter wurde das Navigieren
> mit zunehmenden Gewohnheiten digitalisiert. Ein neues Zeitalter
> 2015-2025 (?) mit neuen Chancen und Risiken steht nun an.
> 
> Im Bereich der Geoinformatik/GeoIT wurden das Editieren und Kalkulieren
> von Geoinformationen im abgeleiteten PC/GIS Zeitalter zwischen 1990-2000
> digitalisiert. Die Vernetzung über öffentliche, wirtschaftliche und
> gemeinschaftlichen Internet-Netzwerke und abgeleitet
> Geodateninfrastrukturen erfolgt in der Zeit zwischen 2000 und 2010. Der
> Einsatz von Location-based Apps erfolgt zunehmend seit 2010. Welche
> Konsequenzen hat die Digitalisierung weiterer Methoden und was bedeutet
> das Nachlaufen von ca. 5 Jahren?
> 
> Dimension: Sektoren
> 
> Neben der Plattform-Dimension der IT und abgeleitet der
> GeoIT-Plattformen PC/GIS, Internet/GDI und Mobile/LBA erfolgte auch ein
> Ausbau der Geoinformatik in den Dimension „Sektoren“ Behörden,
> Wirtschaft und „Communities“ mit beachtlicher Dynamik. 2005 wurde Google
> Maps/Earth eingeführt. Aus dem Konflikt mit der britischen
> Vermessungsverwaltung entstand 2004 Openstreetmap, welche mit Open
> Source nun eine bedeutende Rolle spielt. Das historische „Monopol“ der
> Behörden ist den heutigen Anforderungen gewichen und die Wirtschaft
> setzt neue Maßstäbe. Die Communities verbreitern die Produkte. Die
> empirische, subjektive Einschätzung der zeitlich-technologische
> Spreizung beträgt zwischen Wirtschaft-„Communities“-Behörden im neuen
> Geoinformationswesen mittlerweile 10 Jahre.
> 
>  
> 
> *Dimension Geoinformatik zu Geoinformationstechnologie (GeoIT) *-vom
> Handwerk zur Industrie-
> 
> Der Kampf der schlesischen Weber aus dem Handwerk gegen die damals neue
> (Textil-)Industrie hat bekanntermaßen wenig genützt. Die Größenmaßstäbe
> des zunehmend größeren (Geo)-Informations¬marktes ermöglichen oder
> erfordern zunehmend größere, industrielle Organisationsstrukturen und
> Herangehensweisen. Die meisten Alltagsprodukte sind heute für jedermann
> günstig zu erwerben. Kaum jemand möchte in die (teuren)
> Handwerksstrukturen zurück.
> 
> Das englische Wort „Engineer“ - zu Deutsch „Maschinist“- zeigt die
> Aufgaben in allen Bereichen vom Entwurf bis zum Betrieb in der
> Anfangszeit auf.
> 
> Die Trennung zwischen Herstellung und Betrieb führte beispielsweise im
> Eisenbahnwesen dazu, dass Ingenieure Lokomotiven verbessern und
> entwerfen (Forschungs- und Entwicklungsingenieure), produzieren
> (Produktionsingenieure) und prüfen (Prüfingenieure). Auf Betreiberseite
> gibt es nur wenige  Ingenieure im Bereich Wartung und technischen
> Einkauf. Ein Lokführer benötigt keine Hochschulausbildung und hat andere
> Arbeitsanforderungen. Ein Lokführer würde sich auch nicht als Ingenieur
> bezeichnen.
> 
> Zunehmend werden weltweite Angebote bzw. Skalierungsbedarfe benötigt.
> Andererseits gibt es in der Industrie dadurch auch deutliche höhere
> Mitarbeitergehälter. Der Wandel der technischen Berufe schreitet immer
> weiter fort. Der industrielle Sektor bietet in diesem Bereich die
> attraktivsten Arbeitsplätze. Wenn die Änderung erkannt wird, ist es
> möglich die (neue) Industrie am lokalen Standort zu binden und damit
> langanhaltenden Wohlstand zu erreichen. Wenn dies nicht erkannt wird,
> gibt es entsprechend umgekehrte Situationen.
> 
> Welche Konsequenz hat diese industrielle Auffächerung der technischen
> Berufe und Teilung zwischen Herstellung und Betrieb  für die Akteure,
> inklusive der Ausbildung? Ist das Betreiben/Ausführen wirklich eine
> Aufgabe für Ingenieure in industrieller Zeit? Oder ist die Herstellung
> von Werkzeugen die Hauptaufgabe?
> 
>  
> 
> Nach den etwas provokanten Thesen ist Ihre Meinung gefragt! Bitte tragen
> Sie Ihre Sichten ein. 
> 
> Für Fragen oder Anregungen stehe ich jederzeit zur Verfügung. 
> 
> Freundliche Grüße 
> 
>  
> 
> i. A. Roland Wagner
> 
>  
> 
> Beuth Hochschule für Technik Berlin
> 
> Fachbereich III
> 
> Roland Wagner
> 
> Luxemburger Straße 10
> 
> 13353 Berlin
> 
>  
> 
> Tel: 030-4504-5200
> 
> Mobil: 0179-5307646
> 
>  
> 

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Prof. Dr. Klaus Greve
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Postfach 1147   Tel +49 +228 73-5596
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Sprecher des Zentrum für Fernerkundung
der Landoberflaeche an der Universitaet Bonn
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